one life – one trip
Start in den Urlaub – schlechtes Wetter, gute Entscheidung
Der 17. Mai begrüßte uns mit Wetter, das eher nach November aussah. Regen, Wind, grauer Himmel – perfekt, um das Motorrad zu packen. Früh am Morgen, Kaffee auf der Terrasse, zwei verschlafene Gesichter und die übliche Frage: „Wo willst DU hin?“ Antwort: „Keine Ahnung, aber weg von hier.“ Damit war die Planung abgeschlossen.
Slowenien – Hitze, 400 km und ein Industrie-Lokal
In Slowenien schoss die Temperatur plötzlich hoch, als hätte jemand die Sonne auf „Grillstufe“ gestellt. Nach 400 km waren wir so durch, dass selbst ein Zimmer mit Neonröhren und Linoleumboden gut geklungen hätte. Jenny fand ein Lokal mitten in der Industriezone Podskrajnik. „Von außen vielleicht unscheinbar, aber innen gemütlich – und das Essen war hervorragend. Wir schauten uns kurz an und mussten grinsen: Wenn ein Lokal so überrascht, weiß man, dass man am richtigen Ort gelandet ist.
Rijeka & Magistrale – Kurven, Meer und keine Stopps
Weiter nach Rijeka und direkt auf die Magistrale. Die Küstenstraße hat uns sofort wieder eingefangen – eine Bucht nach der anderen, jede so schön, dass man automatisch langsamer wird, nur um länger schauen zu können. Und natürlich dachten wir jedes Mal: „Die nächste ist bestimmt noch besser.“ Und meistens stimmte das sogar. In Karlobag bog Jenny zu einem kleinen Lokal ab, das man ohne Tipp garantiert übersieht. Die Zufahrt ist steil und wirkt im ersten Moment etwas zweifelhaft, aber das Essen macht die Entscheidung leicht. Ohne das Schild, dass die Strecke für Motorräder geeignet ist, wären wir wahrscheinlich weitergefahren. Aber wenn man einmal runterrollt, fährt man automatisch bis zum Ende. Also: ruhig runterfahren – es lohnt sich wirklich.
Wildcampen bei Zadar – unser kleines Paradies
Wir fanden einen Mini-Wald direkt am Wasser. Mit dem Auto unmöglich zu erreichen – perfekt für uns und Motorräder. Zelt aufstellen, Stühle raus, Bier und Wein – und wir schauten uns an, ohne ein Wort zu sagen. Jenny grinste und meinte: „Schon verrückt, wie wenig man braucht, um glücklich zu sein.“ Und genau so fühlte es sich an: einfach perfekt.
Biokovo Skywalk – Nebel, Tiere und Glasboden
Am nächsten Tag ging es gleich in der Frühe los. Der Weg hoch war neblig, eng und
voller Ziegen, Schafe und Esel. Oben lichtete sich der Nebel und wir hatten freie Sicht.
Der Glasboden war beeindruckend – und ein kurzer Moment, in dem man sich fragt, ob
man vielleicht doch ein bisschen schwindelfrei sein sollte.
Wenn sich der Nebel endlich verzieht, öffnet sich ein Panorama, das einen für alle Mühen
der Auffahrt belohnt – Küste, Berge und Meer in einer perfekten Linie. Und wenn man dann
auf dem Glasboden steht und nach unten schaut, merkt man erst, wie beeindruckend und
gleichzeitig friedlich dieser Ort wirklich ist.
„Der Skywalk selbst liegt auf rund 1.228 Metern Höhe und gehört zu den höchsten öffentlich zugänglichen Aussichtspunkten an der kroatischen Küste. Bei klarer Sicht kann man nicht nur die gesamte Makarska Riviera überblicken, sondern sogar bis zu den Inseln Hvar, Brač und manchmal – mit etwas Glück – bis nach Italien sehen. Die Straße hinauf ist schmal, aber gut asphaltiert, und oben gibt es einen kleinen Parkplatz, der sich allerdings schnell füllt. Wer früh am Morgen kommt, hat den Skywalk oft fast für sich allein.
Weiter in Kroatien auf unserer Motorradreise über die Pelješac‑Brücke Richtung Abenteuer
Nach dem Biokovo Skywalk rollten wir weiter über die berühmte Pelješac‑Brücke – ein Bauwerk, das so stolz in der Landschaft steht, als hätte es gerade einen Schönheitswettbewerb gewonnen. Riesig, elegant, und irgendwie wirkt sie, als würde sie sich jeden Morgen selbst applaudieren. Wir fuhren drüber wie zwei VIPs, die eingeladen wurden, obwohl sie gar nicht auf der Liste standen. Eine perfekte Etappe unserer Motorradreise Kroatien.
In Kremena fanden wir dann einen winzigen Campingplatz – so klein, dass man beim Umdrehen fast schon wieder draußen steht. Perfekt für uns. Wir richteten uns ein, als wären wir die neuen Platzhirsche, obwohl außer uns eh niemand da war. Luxus pur und ideal für Motorrad Camping Kroatien.
Ston: Die zweitlängste Mauer der Welt (und wir mittendrin)
Am frühen Morgen ging’s weiter nach Ston, wo die zweitlängste Mauer der Welt steht. Ja, richtig gelesen. Die Chinesen haben die längste, die Kroaten die zweitlängste – und wir die zweitgrößte Klappe. Die Mauer schlängelt sich über die Hügel wie ein Drache, der sich zur Ruhe gelegt hat. Man kann sie hochlaufen, wenn man sportlich ist. Oder man kann sie einfach anschauen und so tun, als hätte man sie hochlaufen können. Wir entschieden uns für Variante zwei. Ein cooler Stopp auf jeder Motorradroute Kroatien.
Dubrovnik: Königsmund, Menschenmassen & teure Aussichten
Da wir aber noch ein Ziel hatten, ging es weiter nach Dubrovnik, oder wie Game‑of‑Thrones‑Fans sagen: Königsmund. Die Stadt ist wunderschön, keine Frage. Aber sie ist auch so voll, dass man glaubt, man sei in einer Live‑Version von „Where’s Waldo“, nur dass Waldo hier ein Chinese mit Selfiestick ist. Die Altstadt ist ein Traum, die Mauern beeindruckend, und überall hört man jemanden sagen: „Hier wurde GOT gedreht!“ Ja. Wir wissen es. Alle wissen es. Dubrovnik ist ein Pflichtpunkt auf jeder Motorradreise Balkan, aber definitiv nichts für Menschen, die Ballungsräume hassen.
Aussichtspunkt Dubrava – Nervenkitzel auf schmaler Straße
Wir mögen ja keine Ballungsräume, also fuhren wir hoch hinauf zum Aussichtspunkt über Dubrava. Die Anfahrt? Ein Erlebnis. Eine Straße so schmal, dass man beim Gegenverkehr automatisch anfängt, sein Testament im Kopf zu aktualisieren. Autos, Mopeds, Taxis, Busse – und weil das noch nicht reicht, schwebt auch noch die Gondel hoch und spuckt oben Menschen aus wie ein Automat auf Dauerschleife. Ein typisches Abenteuer für eine Motorradroute Dubrovnik.
Die Aussicht ist wirklich traumhaft, aber die Preise dort oben… sagen wir so: Wenn du deine Niere noch brauchst, solltest du sie vorher gut festhalten. Lokale mit utopischen Preisen, Menschenmassen, die sich um den besten Fotospot prügeln, und wir mittendrin. Wir machten unser Foto, bevor uns die Menschenflut verschluckt hätte. Und als dann noch tausende Chinesen das exakt gleiche Foto wollten, war klar: Flucht nach vorne. Der beste Zeitpunkt ohne Menschenmassen ist sicherlich gleich in der Frühe. Hier kann man die Aussicht genießen und hat nicht so viel Gegenverkehr.
Molunat – Ruhe, Meer & endlich Durchatmen
Wir fuhren weiter Richtung Ende Kroatien und fanden in Molunat endlich Ruhe. Ein kleines Dorf, ein paar Häuser, ein paar Boote, und das Meer, das aussieht, als hätte Photoshop einen guten Tag gehabt. Hier kann man nichts tun. Und das ist genau das, was wir brauchten. Ein perfekter Ort für eine Pause.
Unser eigentliches Ziel hatten wir erreicht, und die Planung für die Heimreise begann. (Scherz. Wir planen nie.) Wir beschlossen, Bosnien leicht anzustreifen, und fuhren Richtung Buško‑See und weiter nach Martin Brod.
Great Una Waterfalls – Naturparadies ohne Menschen
Und jetzt kommt’s: Ein echter Geheimtipp. Während die Plitvicer Seen auf kroatischer Seite aussehen wie ein Instagram‑Hotspot mit Eintrittspreisen, die weh tun, ist die bosnische Seite ein Naturparadies, das man fast für sich allein hat. Die Great Una Waterfalls sind so schön, dass man kurz überlegt, ob man nicht einfach hier bleibt und ein neues Leben beginnt.
Wasser rauscht, die Natur ist unberührt, und die Stille ist so intensiv, dass man fast Angst bekommt, sie kaputt zu machen. Bänke, Stege, alles gepflegt – und kein Mensch weit und breit. Ein Geheimtipp für jede Motorradreise Balkan und besonders für Fans von Motorrad Offroad Bosnien.
Restoran Kod Zore – Frühstücksüberfall der guten Art
Im Dorf fanden wir ein kleines Gasthaus: Restoran Prenoćište Kod Zore
Drei ältere Damen schmeißen den Laden, und zwar mit mehr Herz als so mancher Sternekoch. Alles frisch, alles günstig,
alles so gut, dass man sich fragt, ob man jemals wieder heimische Küche essen will. Wir buchten gleich ein Zimmer. Das
Zimmer war so... naja, irgendwie seltsam. Auf dem Weg zum Zimmer schlitzten wir uns die Keflan-Jeans an der Dachrinne auf,
das Bett war groß, die Eckbadewanne so klein, dass wir es kaum glauben konnten. Aber wir haben geschlafen und die Welt hat es nicht gekosten. Also perfekt für uns.
Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich nur einen Kaffee. Tja. „Hinsetzen! Frühstück kommt!“ per Handzeichen.
Und dann ging’s los: Im Sekundentakt landete ein Gericht nach dem anderen auf dem Tisch. Wir waren völlig überfordert,
aber glücklich. Dieses Frühstück bleibt für immer in unserem Gedächtnis – und wahrscheinlich auch auf unseren Hüften. Im Anschluss
wollten uns die drei älteren Damen noch mit einem Schnaps für den Tag verabschieden, den wir leider ablehnen mussten!
Offroad durch den Nationalpark – Schildkröten inklusive
Weiter ging’s offroad durch den Nationalpark. Schildkröten querten den Weg, als wären sie die offiziellen Parkwächter. Und dann erreichten wir den nächsten Wasserfall: Štrbački Buk. Das Besondere? Genau in der Mitte verläuft die Grenze zwischen Bosnien und Kroatien. Ein Wasserfall, zwei Länder – und wir mittendrin. Ein Highlight jeder Motorradroute durch Bosnien und Kroatien.
Zeljava Flugzeugkaverne – Lost Place für Motorradfreaks
Danach steuerten wir einen echten Lost Place für Motorradfahrer an: Zeljava – die Flugzeugkaverne.
Ein Ort, der aussieht, als hätte jemand einen James‑Bond‑Film vergessen. Düster, gigantisch, beeindruckend.
Wenn man dort nicht mindestens einmal „Boah!“ sagt, ist man innerlich schon tot. Ein Muss für Fans von Motorrad Lost Places
und ein Klassiker der Zeljava Flugzeugkaverne Motorradroute.
Sabljaci‑See & Bleder See – der entspannte Abschluss
Wir fuhren weiter Richtung Sabljaci‑See, ließen die Eindrücke sacken und verbrachten die letzte Nacht am Bleder See. Ein würdiger Abschluss, bevor wir wieder Richtung Heimat rollten und ein weiterer wunderschöner Urlaub zu Ende ging. Eine perfekte Motorradreise durch Kroatien, Bosnien und Slowenien.