one life – one trip


Ein Osterhase bringt PS

Es war Ostern, und statt Schokolade brachte uns der Osterhase ein Motorrad. Kein glänzendes Ausstellungsstück, sondern ein kleines, leicht ramponiertes Gerät, das irgendwo an der tschechischen Grenze in einer Garage stand – lieblos in die Ecke gestellt, als hätte es auf jemanden gewartet, der ihm wieder Leben einhaucht. Und wir? Wir waren genau die Richtigen dafür.
Der erste Eindruck: naja. Die Beklebung war mehr Patina als Design, die Elektrik ein wildes Durcheinander aus abgezwickten Kabeln, und das Pickerl? Fehlanzeige. Blinker, Licht, Spiegel – alles, was man für die Straße braucht, war entweder kaputt, abmontiert oder einfach nicht mehr da. Aber unter all dem: ein Herz, das noch schlägt. Und ein Motor, der nur darauf wartete, wieder loszulegen.

Motorrad auf Anhänger KTM 350 Freeride
KTM Freeride Service machen

Vom Sanierungsfall zum Spaßgerät

Also gab’s erstmal ein kleines Service. Neue Beklebung, neue Maske – LED, modern, ein bisschen futuristisch. Die großen Blinker wurden gegen kleine getauscht, die Elektrik vom Nachbarn in Rekordzeit neu gemacht. Pickerl drauf, Spiegel dran, und plötzlich stand da ein Motorrad, das zwar nicht perfekt war, aber bereit für Abenteuer.

neue Beklebung für die Wanderenduro
Tiefenreinigung Verkleidung

Probefahrt mit Überraschung

Die erste Probefahrt war… sagen wir: ernüchternd. Auf der Straße dachte ich kurz, ich hätte ein Moped gekauft. Aber kaum ging’s ins Gelände, zeigte sie mir, wer hier wirklich Chef ist. Und ich war’s definitiv nicht. Ggg. Langsam wuchs uns das kleine Ding ans Herz. 23 PS, 22 Newtonmeter, 100 Kilo – klingt nicht nach viel, aber sie kann was. Auf Asphalt fährt sie brav dahin, aber sobald der Untergrund wechselt, wird sie lebendig. Schotter, Wiese, Waldweg – sie liebt es. Und wir lieben sie dafür. Geliefert wurde sie mit Stollenreifen und einem Moos, später haben wir auf Heidenau K60 Scout umgerüstet. Nicht mehr fürs grobe Gelände, aber perfekt für das, was wir brauchen: Schotterstraßen, leichte Offroad-Passagen, ein bisschen Wiese, ein bisschen Wahnsinn.

zum Wiedersberger Horn Tirol mit der KTM
Unterwegs mit der KTM in den Bergen Tirols

Klein, laut, charmant

Klar, ein paar Umrüstarbeiten waren noch nötig. Spiegel links und rechts, neue Maske, neue Blinker – alles in Mini, alles in LED. Und die Elektrik? Ein Wunderwerk aus Kabel, Geduld und Nachbarschaftshilfe. Jetzt steht sie da, bereit für die nächste Tour. Fehlende PS werden durch Wahnsinn ersetzt, und was sie nicht an Leistung hat, macht sie mit Charakter wett. Ob am Strand, im Wald oder auf dem Campingplatz – sie ist eine kleine Wanderenduro mit großem Herz. Und ein Star, wo immer sie auftaucht.

KTM Freeride vorher und nachher
KTM 350 Cross im Zillertal